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 Erinnerungsweg jüdischen Lebens in St. Ingbert macht Geschichte hörbar

Die Rundschau St. Ingbert

Ab sofort lädt der neue „Erinnerungsweg jüdischen Lebens in St. Ingbert“ dazu ein, die Geschichte ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger auf besondere Weise kennenzulernen. Der rund einstündige Rundgang führt zu fünf Stolpersteinen in der Innenstadt und gibt Einblicke in das Leben der Familien Beer, Kahn, Meyer und Schmitt. Entwickelt wurde der digitale Erinnerungsweg von sieben Schülerinnen und Schülern des Albertus-Magnus-Gymnasiums St. Ingbert (AMG) im Rahmen der AG „Zweitzeugen“ unter der Leitung von Eva Bacher. Die Jugendlichen haben sich intensiv mit den Lebensgeschichten jüdischer Familien aus St. Ingbert auseinandergesetzt und diese in kurze Hörbeiträge umgesetzt.

Persönliche Geschichten machen Geschichte greifbar

Über die kostenlose Actionbound-App können die Hörstationen direkt an den jeweiligen Stolpersteinen abgerufen werden. Die Jugendlichen leihen den ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürgern dabei ihre Stimmen: Sie lesen aus Briefen vor und erzählen von den Lebenswegen und Schicksalen der Familien. Eine wichtige Grundlage für die Inhalte bilden Briefe und Dokumente, die das Jüdische Museum München zur Verfügung gestellt hat. Dadurch konnten zahlreiche persönliche Details aus dem Leben von Fritz und Elisabeth Beer rekonstruiert werden.

Eine besondere Station befindet sich in der Gustav-Clauss-Anlage. Dort erzählt „Steffi Beer“ aus ihrer Familiengeschichte. Die längere Hörstation bietet zugleich die Möglichkeit, auf einer der Sitzgelegenheiten eine Pause einzulegen. Der Erinnerungsweg macht deutlich, wie eng jüdische und christliche Bürgerinnen und Bürger in St. Ingbert einst zusammenlebten und zusammenarbeiteten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen, ihre Familien und ihre persönlichen Geschichten.

Rundgang mit Quizfragen für Kinder und Erwachsene

Ergänzt werden die Hörstationen durch kleine Quizfragen. Damit eignet sich der Erinnerungsweg auch für Kinder und Jugendliche im Alter von etwa acht bis 14 Jahren. Der Rundgang ist selbsterklärend aufgebaut, setzt keine Ortskenntnisse voraus und ist barrierefrei gestaltet. Für den etwa einstündigen Weg empfiehlt es sich, etwas Zeit einzuplanen und gegebenenfalls eine kleine Verpflegung mitzunehmen.

Wichtig: Der Erinnerungsweg ist rein digital. Vor Ort gibt es keine zusätzliche Beschilderung. Die kostenlose Actionbound-App sollte daher bereits vor dem Start heruntergeladen werden. Informationen zum Erinnerungsweg, zum Download und zur Nutzung der App gibt es hier: Erinnerungsweg jüdischen Lebens in St. Ingbert | Stadt St. Ingbert

Zweitzeugen geben Geschichten weiter

Der Erinnerungsweg ist Teil der Arbeit der „Zweitzeugen“-AG des Albertus-Magnus-Gymnasiums. Die frisch ausgebildeten Zweitzeugen bieten auch Besuche in Schulklassen an. Mithilfe umfangreicher Materialien erzählen sie die Geschichten der ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger weiter und beantworten Fragen der Schülerinnen und Schüler. Schulen, die Interesse an einem Besuch der Zweitzeugen haben, können sich bei Eva Bacher unter eva.bacher@amg-igb.de melden.

Neben den sieben Schülerinnen und Schülern und Eva Bacher waren weitere Personen an der Entstehung des Erinnerungswegs beteiligt, darunter Stephan Friedrich, das Stadtarchiv St. Ingbert, die Abteilung Tourismus der Stadt St. Ingbert und Dieter Wirth.

Bild: T. Bastuck

Frederik Hartmann

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