Die Friedhofskommission des Ortsrates St. Ingbert-Mitte hat im Rahmen eines Ortstermins den Waldfriedhof besucht und sich über aktuelle Maßnahmen sowie geplante Projekte informiert. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die weitere Ausgestaltung des Sternenkindergrabfeldes.
Ortsvorsteherin Irene Kaiser begrüßte zu Beginn gleich sieben Mitglieder des Ortsrates sowie von Seiten der Stadtverwaltung Geschäftsbereichsleiter Christoph Anstadt, Abteilungsleiter Christian Lambert, Verwaltungsmitarbeiterin Pia Hoffmann und Friedhofsmeister Andreas de Groot. In ihrer Ansprache hob Kaiser die konstruktive Zusammenarbeit hervor: „Die Arbeit in unserem Ortsrat ist geprägt von einem guten, überparteilichen Miteinander. Gerade bei sensiblen Themen wie unseren Friedhöfen zeigt sich, wie wichtig dieser gemeinsame Ansatz ist.“ Auch der Vorsitzende der Friedhofskommission, Dominik Schmoll, unterstrich die Bedeutung der beiden innerstädtischen Friedhöfe für den Ortsrat: „Bei den aktuell laufenden Haushaltsberatungen haben wir über alle Parteigrenzen hinweg Gelder für barrierefreie Zugänge und einen verbesserten Wegebau beantragt.“ Auch die Beschattung des Urnenfeldes im Bereich der Spieser Landstraße sei dem Gremium ein wichtiges Anliegen.
Zu Beginn des Rundgangs wurde der Kommission ein Muster der neuen orangefarbenen Gießkannen, die vom Ortsrat finanziert wurden, präsentiert. Sie tragen den Aufdruck „Ortsrat St. Ingbert-Mitte“ und sollen in einer Anzahl von 60 Stück schon in wenigen Wochen den Friedhofsbesuchern zur Verfügung stehen. Ein erster Besichtigungspunkt war der neu installierte Grablichtautomat. Friedhofsmeister de Groot erläuterte das Konzept: „Solche Automaten gibt es inzwischen über 600mal in Deutschland. Die Grablichter zum Preis von 3 Euro haben eine Brenndauer von rund 50 Stunden und sind nachhaltig produziert.“ Man sei gespannt, inwiefern das neue Angebot von der Bevölkerung angenommen werde. Auch infrastrukturelle Maßnahmen wurden angesprochen. So sollen sowohl auf dem Alten Friedhof als auch auf dem Waldfriedhof Fundamente für transportable Fahnenmasten errichtet werden. Die Kommission sprach sich für den Vorschlag des Friedhofsmeisters aus, diese im Eingangsbereich der Leichenhallen zu platzieren, um bei würdigen Anlässen eine entsprechende Beflaggung zu ermöglichen.
Im Zentrum des Besuchs stand jedoch die Gestaltung des kreisförmigen Sternenkindergrabfeldes, das bereits seit über zwei Jahren auf dem Waldfriedhof besteht, aber bisher einen eher provisorischen Charakter besitzt. Es bietet Eltern von Fehl- und Totgeburten einen würdevollen Ort des Abschieds und des Gedenkens. Ortsvorsteherin Kaiser betonte, wie wichtig es dem Ortsrat sei, diese Grabfläche durch einen angemessenen Stein zu ergänzen, der sich auch vom übrigen Friedhof absetzen dürfe. Kommissionvorsitzender Schmoll erinnerte an die bereits festgelegte gärtnerische Gestaltung: Ein innerer Ring um den Gedenkstein soll durch die Friedhofsverwaltung bepflanzt werden, während der äußere Bereich, direkt über den eigentlichen Gräbern, von den Angehörigen individuell gestaltet werden kann.
Nach einer Ausschreibung im vergangenen Jahr hatte sich die Kommission für einen Entwurf von Steinmetz Michael Scheuer aus Rittersmühle ausgesprochen. Diese Vorplanungen wurden nun im Detail besprochen. Vorgesehen ist ein Quader, nach oben hin schlanker werdend, auf dem eine Mondsichel und Sterne thronen. Diese Himmelselemente sollen nach einer Idee des Künstlers auch als bewegliches Windspiel ausgeführt werden; ein Vorschlag der gut ankam und vor allem von Ortsvorsteherin Kaiser gelobt wurde. Insgesamt werde das Werk dann eine Höhe von etwa zwei Metern haben. Auch die Materialwahl wurde thematisiert. Der Gedenkstein soll – passend zur bestehenden Einfassung – aus Granit gefertigt werden, idealerweise aus heimischer Herkunft. Steinmetz Scheuer kündigte an, bis zur nächsten Ortsratssitzung im Mai eine detaillierte Planung vorzulegen. „Wenn alles wie geplant verläuft, können wir die Umsetzung noch in diesem Jahr realisieren“, zeigte sich Schmoll optimistisch.
Weitere Themen des Rundgangs waren die gewünschte Erneuerung der Schubkarren auf dem Waldfriedhof sowie die Vorstellung eines neuen Urnengrabfeldes durch die Verwaltung. Zum Abschluss des Besuchs zog Ortsvorsteherin Kaiser ein positives Fazit: „Der heutige Termin hat einmal mehr gezeigt, wie engagiert alle Beteiligten daran arbeiten, unsere Friedhöfe als würdevolle und zugleich zeitgemäße Orte weiterzuentwickeln.“
Foto: Giusi Faragone








