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Engagierte Menschen sammelten Kippen in St. Ingbert

Die Rundschau St. Ingbert

Die Initiative KlimaFit St. Ingbert und CleanUp Saarland sowie die Volkshochschule luden die Bevölkerung zur Teilnahme an einer Kippen-Sammelaktion in St. Ingbert ein.

Heike Schröter, Initiatorin und Mitglied der Initiative KlimaFit, begrüßte die engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor der Engelbertskirche: „Ich freue mich sehr, dass sich so viele freiwillige Helferinnen und Helfer heute Morgen die Zeit genommen haben, um in der Innenstadt achtlos weggeworfene Zigarettenstummel zu sammeln. Ihnen allen meinen herzlichen Dank dafür.“

Insgesamt 16 Helferinnen und Helfer hatten sich eingefunden, darunter Mitglieder der KlimaFit-Initiative und SaarCleanUp. Auch vier Bürgerinnen aus St. Ingbert nahmen an der Aktion teil, um ein sichtbares Zeichen für Umweltbewusstsein und eine saubere Stadt zu setzen. Ebenfalls aus diesen Gründen kam auch Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer zu dem Treffpunkt vor der Engelbertskirche und bot seine Hilfe an. „Die Aktion soll ein Zeichen setzen und auf die Auswirkungen des achtlosen Wegwerfens von Zigarettenkippen aufmerksam machen. Die Giftstoffe der Stummel landen nämlich auch im Wasser, wo sie schädliche Chemikalien freisetzen. Schon eine einzige Kippe kann mehr als 40 Liter Grundwasser verschmutzen“, mahnt Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer. In diesem Zusammenhang weist er nochmals auf die zahlreichen Aschenbecher hin, die extra in der Innenstadt an den Laternenmasten über den Mülleimern angebracht wurden. 

Eingeteilt in kleine Gruppen, waren die Ehrenamtler in der Fußgängerzone, am Busrendezvous-Platz, in der Rickertstraße, auf dem Maxplatz, in der Ludwigstraße und in der Gustav-Clauss-Anlage unterwegs. Die Stummel steckten in Regenrinnen, Fugen und Gullydeckeln, lagen aber auch in Grünstreifen und auf Wiesen verstreut. Mit Greifzangen, Handschuhen und kleinen Eimern ausgestattet, sammelten die Helferinnen und Helfer innerhalb von zwei Stunden mehr als 10.000 Kippen – eine erschreckende Zahl.

Jede einzelne Zigarettenkippe ist hochgiftig

Jede einzelne Zigarettenkippe ist hochgiftig und gibt zahlreiche Giftstoffe in den Boden und ins Grundwasser ab. Laut BUND sind es rund 7.000 verschiedene Giftstoffe, die ein einer abgerauchten Zigarette stecken. Zudem besteht der Filter aus Plastik, der die Giftstoffe akkumuliert und als Mikroplastik in die Nahrungskette gelangt. Dennoch wird das Problem von Politik und Gesellschaft vielfach bagatellisiert. Alleine im Saarland landen täglich rund 1,7 Millionen Zigarettenkippen in die Umwelt (Quelle: https://cleanup.saarland/2024/05/kippenaktionstag/). Ziel dieser Kippen-Sammelaktion ist es, das Bewusstsein für die schädlichen Auswirkungen des rücksichtlosen Wegwerfens von Zigarettenkippen auf unsere Umwelt zu schärfen und ganz praktisch auch einen Beitrag zum Schutz unseres Grundwassers und unserer Lebensgrundlage zu leisten.

Info Initiative KlimaFit

Die Initiative KlimaFit ist aus einem Kurs der Biosphären-VHS St. Ingbert im Jahr 2024 entstanden. Die „Klimabotschafter“ treffen sich seither einmal im Monat, um sich auszutauschen, sich gemeinschaftlich zu engagieren und Aktionen zu planen – ganz im Sinne von Klima- und Umweltschutz. Eine Idee, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll, ist die Beschaffung von Pflanzkübeln mit schattenspendenden Sträuchern, die bei hohen Temperaturen entscheidende ökologische und klimatische Vorteile in der Innenstadt bieten – bestenfalls finanziert durch Sponsoren. Um die Pflege der Pflanzen würden sich die Mitglieder der KlimaFit-Initiative kümmern. In Kooperation mit HGSI St. Ingbert e. V. wurde diesbezüglich schon vereinbart, dass das Gießwasser aus den umliegenden Geschäften zur Verfügung gestellt wird. Wer Interesse hat, sich der Initiative KlimaFit anzuschließen, kann sich gerne an Heike Schröter h-schroeter@gmx.de wenden.

Weitere Kippen-Sammelaktionen in der Innenstadt von St. Ingbert sind am Samstag, 6. Juni, und am Samstag, 12. September, jeweils von 10 bis 12:30 Uhr, geplant. Treffpunkt ist vor der Engelbertskirche in der Fußgängerzone.

Foto: Maria Müller-Lang

Frederik Hartmann

Die Rundschau St. Ingbert