Fluidum hat Astrid Woll-Herrmann ihre Ausstellung genannt: Alles ist im Fluss in ihren Arbeiten. „Ich möchte die Bewegung in unseren Herzen, Köpfen und meinen Arbeiten zeigen“, erklärte sie im Künstlergespräch mit Kunsthistorikerin Dr. Brigitte Quack, die auch die einführenden Worte zu der Ausstellung sprach. Eine Vernissage so individuell wie die Bilder: Komponist und Posaunist Marc Boukouya, der die Ausstellungseröffnung musikalisch umrahmte, präsentierte dem Publikum eigene Werke mit weichen Posaunentönen. In Vertretung von Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer eröffnete der Beigeordnete Albrecht Hauck die Ausstellung und begrüßte die zahlreichen Besucherinnen und Besucher.
Strukturen, Formen und Menschen
An den Wänden hängen großformatige Bilder, teils fast schwarz-weiß, teils in hellen, kontrastreichen Farben. „Ich arbeite in drei thematischen Säulen: Strukturen, Formen und Menschen“, so die gebürtige St. Ingberterin. Die für sie typischen großzügigen Pinselstriche sind meist pastos. Die Künstlerin experimentiert immer wieder gerne in Strukturen mit Inspirationen aus der Natur sowie aus dem Leben. In anderen Werken hat sie Steine verarbeitet – „kleine Skulpturen“, wie sie sie selbst bezeichnet – Fundstücke von Strandspaziergängen. Daneben stehen eindrückliche Darstellungen des Menschen, z. B. eines Kindes beim Spielen und einer älteren, vom Leben gezeichneten Frau. Besonders wichtig ist der Künstlerin ihre nahezu skizzenhafte Reihe zur Flüchtlingsthematik, die sie sehr beschäftigt hat. Häufig sind es Gegensätze, die ihren Werken die Titel geben: Still und beredt, Schmerz und Verlust.
„Malen beginnt im Denken“, erklärt Astrid Woll-Herrmann. „Eindrücke, die im Kopf hängen bleiben, beeinflussen zunächst die Wahl des Materials, dann die Komposition und letztlich die Darstellung dessen, was in mir ist.“ In ihr sind nicht nur Formen, Strukturen und Menschen, sondern auch Musik – auch das ist in ihren Werken erkennbar.
Die Ausstellung ist noch bis 26. Juni 2026 in der Rathausgalerie im ersten Stock des St. Ingberter Rathauses zu sehen.
Foto: Martina Panzer








