igb.rundschau.saarland
Rundschau-HeaderAdd

Historischer Atlas mit St. Ingberter Flurkarten erschienen

Die Rundschau St. Ingbert

Dritter Band der „Erfahrungsreihe“ des Heimat- und Verkehrsvereins St. Ingbert pünktlich zu Weihnachten veröffentlicht

Pünktlich zur Weihnachtszeit hat der Heimat- und Verkehrsverein St. Ingbert den dritten Band seiner viel beachteten „Erfahrungsreihe“ fertiggestellt. Nach den „Grenzerfahrungen“ (Band 1) und den „Stadterfahrungen“ (Band 2) liegt nun mit den „Flurerfahrungen“ ein außergewöhnlicher historischer Atlas zur Entwicklung der Stadt St. Ingbert vor.

Das Werk widmet sich den historischen Flurbezeichnungen, die über Jahrhunderte hinweg eine zentrale Rolle für Orientierung, Wirtschaftsformen und Besitzverhältnisse spielten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den bayerischen Vermessungskarten von 1826, die entstanden, nachdem die Pfalz infolge der französischen Besetzung an Bayern gefallen war. Für St. Ingbert wurden damals 29 detailgenaue Karten im exakten Maßstab angefertigt – ein einmaliges Zeugnis der Stadtgeschichte.

Bereits vor rund 100 Jahren hatte die damalige „Westpfälzische Rundschau“ bedauert, dass diese Karten aufgrund ihres Alters und Verblassens wohl nicht mehr zu retten seien. Das ehrenamtliche Autorenteam um Thomas Berrang, Michael Dahl, Dr. Christa Jochum-Godglück, Helmut Raber und Konrad Weisgerber des Heimat- und Verkehrsvereins hat sich dieser Herausforderung nun angenommen – mit Erfolg. Mithilfe moderner technischer Möglichkeiten, unter anderem KI-gestützter Bildaufbereitung, wurden die großformatigen Karten aufwendig restauriert, farblich aufgefrischt und so verkleinert, dass selbst kleinste Details erhalten blieben.

Darüber hinaus enthält der Band einen umfangreichen historischen Anhang mit weiteren Karten und Plänen – von Burgskizzen bis hin zu frühen, nie realisierten Stadtentwicklungsvisionen wie dem Plan, St. Ingbert zur Hafenstadt zu machen. So wird die räumliche und strukturelle Entwicklung der Stadt über Jahrhunderte hinweg nachvollziehbar.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal des Buches ist ein eigenes Kapitel zur wissenschaftlichen Deutung historischer Flurnamen. Hierfür konnte eine ausgewiesene Expertin gewonnen werden, die sich als promovierte Wissenschaftlerin über Jahrzehnte hinweg an der Universität mit Flurnamenforschung beschäftigt hat. Ihre Erläuterungen eröffnen neue Perspektiven auf bekannte Ortsbezeichnungen – etwa, dass der „Rote Flur“ nicht auf rote Erde, sondern auf eine gerodete Flur zurückgeht.

Aufgrund des enormen Arbeitsaufwandes – unzählige Stunden in Archiven, Bibliotheken und Antiquariaten – wurde das Werk bewusst als hochwertiger Prachtband veröffentlicht: DIN A3-Format, leinengebunden, silbergeprägt, farbig auf Glanzpapier gedruckt. Die Auflage ist streng limitiert auf 150 nummerierte Exemplare.

Mit den „Flurerfahrungen“ vollendet sich die Erfahrungsreihe zu einem besonderen Schatz der Stadtgeschichte: von den historischen Grenzen über die bauliche Entwicklung bis hin zu einem einzigartigen historischen Atlas.

Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer: „Heimatgeschichte schafft Identität und Verbundenheit. Sie hilft uns zu verstehen, woher wir kommen, und stärkt den Blick für das, was unsere Stadt ausmacht. Mit dem dritten Band der Erfahrungsreihe haben die ehrenamtlichen Autorinnen und Autoren des Heimat- und Verkehrsvereins St. Ingbert erneut eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll ihr Engagement für unsere Stadt ist. Für diesen großen Einsatz, die unzähligen Arbeitsstunden und die Leidenschaft für unsere gemeinsame Geschichte danke ich ihnen sehr herzlich.“

Der Band ist zum Preis von 38 Euro in der Buchhandlung Friedrich in St. Ingbert erhältlich und kann dort auch eingesehen werden. Er eignet sich ideal als besonderes Weihnachtsgeschenk für alle, die sich für Stadtgeschichte, Heimatkunde und kulturelles Erbe interessieren – und zugleich das ehrenamtliche Engagement des Heimat- und Verkehrsvereins St. Ingbert unterstützen möchten.

Bild: G.Faragone

Frederik Hartmann

Die Rundschau St. Ingbert