Die Stadt St. Ingbert trauert um den Künstler Max G. Grand-Montagne, der Ende Mai im Alter von 84 Jahren verstorben ist.
Mit ihm verliert St. Ingbert eine prägende Persönlichkeit des kulturellen Lebens, einen international beachteten Künstler und einen Menschen, der seiner Heimatstadt über viele Jahrzehnte eng verbunden geblieben ist. Max G. Grand-Montagne wurde 1941 in St. Ingbert geboren. Seine künstlerische Ausbildung führte ihn unter anderem an die Europäische Kunstakademie Trier; später prägten Malerei, Grafik und insbesondere der experimentelle Holzschnitt sein Werk.
Sein künstlerischer Weg begann nicht geradlinig im Atelier. Nach einer Ausbildung in der Landesverwaltung und beruflichen Stationen im saarländischen Wirtschaftsministerium fand er mit großer Konsequenz zur Kunst. Diese besondere Biografie verlieh seinem Schaffen eine eigene Tiefe: Max G. Grand-Montagne verband Disziplin und Genauigkeit mit künstlerischer Freiheit, Reduktion und Ausdruckskraft. „Für mich ist wichtig, dass die Bilder im Betrachter ein Gefühl auslösen und harmonisch sind. Letztendlich streben wir doch alle nach Harmonie”, sagte er vor Jahren im Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer.
Bekannt wurde er durch eine unverwechselbare Bildsprache. Seine Arbeiten bewegten sich zwischen abstrakter Form, kalligrafischer Linie, geometrischer Strenge und lebendiger Geste. Charakteristisch wurden reduzierte Kompositionen, häufig in Schwarz, Rot und Weiß, oft mit dem Quadrat als Grundform. Seine Werke fanden Anerkennung weit über St. Ingbert und das Saarland hinaus; sie wurden in Deutschland, Frankreich und international gezeigt und befinden sich in öffentlichen Sammlungen unter anderem im französischen Konsulat in Madagaskar und im Museum in Penang, Malaysia.
Für St. Ingbert war maxg, wie er in seiner Heimatstadt liebevoll genannt wurde, jedoch weit mehr als ein Künstler mit überregionalem Renommee. Er war ein Kulturmensch, ein Impulsgeber und ein Brückenbauer. 1988 gründete er die Sommerakademie Villa Martin in St. Ingbert und leitete sie bis 2005. Später war er lange Jahre mit dem „kunstraum maxg“ in St. Ingbert präsent. Seine Verbundenheit mit St. Ingbert zeigte sich nicht nur in seinem künstlerischen Wirken, sondern auch in seinem gesellschaftlichen Engagement. Als ehemaliger Georgspfadfinder unterstützte er die Freunde und Förderer der DPSG im Saarland mit seinem künstlerischen Talent und wurde 2024 zum Ehrenmitglied der F+F Saar ernannt.
„Ich habe Max G. Grand-Montagne sowohl als Menschen als auch als Künstler sehr geschätzt. Er hatte die besondere Gabe, mit wenigen Linien und klaren Formen das Wesentliche sichtbar zu machen. St. Ingbert verliert mit ihm nicht nur eine bedeutende Künstlerpersönlichkeit, sondern auch einen weltoffenen, zugewandten Menschen, der unsere Stadt kulturell bereichert und weit über ihre Grenzen hinaus sichtbar gemacht hat. Sein Wirken und seine Spuren werden in St. Ingbert bleiben“, würdigt Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer den verstorbenen Künstler.
Sein Tod hinterlässt auch in den Familien seiner Kinder in St. Ingbert und Hamburg eine große Lücke. Sie verlieren mit ihm einen einfühlsamen Vater und stolzen Großvater, der immer ein offenes Ohr für seine zwei Kinder und fünf Enkelkinder hatte.
Foto: Michael Staut








