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Zweiter Teil von „OB on Tour – Rund um Sicherheit und Ordnung“

Die Rundschau St. Ingbert

Das Warnsystem der Stadt und Katastrophenvorsorge für die Bevölkerung

„In einer Stadt, in der man sich sicher fühlt, lebt man auch gern“ – davon ist Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer überzeugt. Und er hat recht: Auf dem Dach des Rathauses hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt und das Umland. Neues und Altes, große und kleine Infrastruktur kann man von hier oben erkennen und ganz, ganz klein die Menschen, die hier leben. Und beide sind anfällig für Risiken und Katastrophen. Sicherheit ist also mehr als ein „Wohlfühlfaktor“.

Hochmoderne Sirenen und Infoblatt für die Bürger

Als in den 90er Jahren die Sirenen größtenteils abgebaut wurden, hat St. Ingbert weiter auf ein hörbares Warnsystem gesetzt. Heute gibt es über alle Stadtteile verteilt 15 Sirenen, darunter bereits 2 Hochleistungssirenen, die auch ohne Elektrik, also bei einem umfassenden Stromausfall, funktionieren und Sprachdurchsagen ermöglichen. Für die Modernisierung der restlichen 13 Anlagen wurden bereits Rückstellungen im Haushalt vorgenommen, die bis etwa 2024 fortgesetzt werden. „Dann dürfte der mit etwa 100.000 Euro bezifferte Austausch der älteren Sirenen mithilfe von Fördermitteln des Bundes möglich werden. Die für den Antrag nötige Bedarfsanalyse läuft bereits“, erklärt Christoph Scheuer, Leiter des Geschäftsbereichs Bürgerservice und Ordnung.

Die Flutkatastrophe in Bad Neuenahr habe viele Fragen aufgerufen, erklärt Jochen Schneider, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert. Die Sirenen seien das perfekte Warnsystem für die Bevölkerung, fügt er hinzu. Aus diesem Grund steht den Bürgern von St. Ingbert nun ein neues Infoblatt mit den Sirenensignalen und Verhaltensregeln für den Warnfall zur Verfügung. Im Brandfall heult die Sirene dreimal und im Katastrophenfall heult sie eine Minute lang auf und ab. Das bedeutet, dass die Bürger Radio und Fernsehen einschalten und, falls Internet verfügbar ist, soziale Medien öffnen sollen. Doch auch mit Warn-Apps können die Bürger sich absichern. Die wichtigsten sind KatWarn, NINA oder die Unwetterapp des Deutschen Wetterdienstes.

Der Rohrbach

Darüber hinaus ist ein stromfreies Warnsystem für den Rohrbach in Planung, das messen soll, wie schnell sich der Wasserpegel verändert. Da sich Wetterkatastrophen und damit Überschwemmungen immer sehr lokal entwickeln, sind sie schwer prognostizierbar. Ein solches Warnsystem ermittelt konkrete Informationen über die Dringlichkeit einer Warnmeldung.

„Die Stadt unterstützt uns mit allen Mitteln. Wir konnten in den letzten Jahren viele Geräte erneuern und die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend“, lobt Jochen Schneider. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Rohrbach sei der nächste Schritt in Richtung noch mehr Sicherheit. Dennoch entwickeln sich Katastrophen wie Überschwemmungen

Zivilschutz bei radioaktivem Störfall

Die Feuerwehr schützt und unterstützt die Bevölkerungen neben zahlreichen anderen Situationen vor allem bei Bränden und Überschwemmungen. Doch was geschieht bei einem radioaktiven Unfall? Cattenom ist schließlich nicht weit. Matthias Koch, Sachbearbeiter für Zivil- und Katastrophenschutz erklärt dazu: „Im radioaktiven Notfall ertönt der spezielle Warnton an den Sirenen und Lautsprecherdurchsagen sind möglich (siehe Infoblatt). Die Bürger sind dann angehalten, das Radio anzuschalten und soziale Medien zu öffnen. Sodann tritt der Plan zur Verteilung von Jodtabletten an einen bestimmten Personenkreis inkraft. Dazu gehören Menschen zwischen dem 12. Und 45. Lebensjahr. Bei jüngeren Menschen sind Jodtabletten schädlich, bei älteren zeigen sie keinerlei Wirkung. Evakuierungspläne gibt es nur für bestimmte Gebiete, von denen St. Ingbert aufgrund der Entfernung zum Kernkraftwerk Cattenom ausgeschlossen ist.

Fotos: Martina Panzer

Infoblatt Sirenenalarme der Stadt St. Ingbert

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