Wieder waren fast einhundert Gäste in die Stadtbücherei gekommen, als die beiden
Psychologinnen Prof. Tanja Michael und Corinna Hartmann auf Einladung des St. Ingberter
Literaturforums (ILF) ihren Bestseller “55 Fragen an die Seele – wie sie tickt und was ihr Halt
gibt” vorstellten. Nach dem musikalischen Literaturabend mit Hans Bollinger und der
szenischen Lesung zu Rainer Maria Rilke stand dieses Mal ein Sachbuch im Mittelpunkt.
Der im dtv Verlag veröffentlichte Titel bietet psychologisch fundierte Antworten auf Probleme
im Alltag, schlägt praktische Übungen zur Stärkung der Resilienz vor und vermittelt Tipps
zur Bewahrung des seelischen Gleichgewichts. Die beiden Wissenschaftlerinnen führten im
Dialog in den vorgestellten Themenkomplex ein. Tanja Michael, Professorin für Klinische
Psychologie und Psychotherapie und internationale Expertin für Traumaforschung, und die
aus St. Ingbert stammende Wissenschaftsjournalistin Corinna Hartmann, die mit dem
Deutschen Journalistenpreis Neurologie ausgezeichnet wurde, verfielen nie ins Referieren
oder Dozieren. Ihr souveräner Auftritt wirkte auf das Auditorium vielmehr wie eine zwanglose
Unterhaltung zwischen zwei Freundinnen.
Einige ausgewählte Fragen – die Prägung durch unsere Kindheit, der Umgang mit
Stressfaktoren, die Macht des Atmens, das Ausbrechen aus Angst und Grübeln – wurden
beispielhaft aufbereitet und beantwortet. Am Ende zeichneten die beiden Autorinnen das
Bild einer Heldenreise: “ Wir alle besitzen die Kraft, der Protagonist unserer eigenen
Geschichte zu sein, und haben ein Leben lang die Chance, uns zu entwickeln und an
unseren Erfahrungen zu wachsen”. Dem war auch aus Sicht des begeisterten Publikums
nichts mehr hinzuzufügen.
Zum Abschluss der Lesung dankte ILF-Sprecher Jürgen Bost den beiden Autorinnen und
dem Team der Stadtbücherei, ohne dessen ganzjähriges Engagement solche
Kulturveranstaltungen gar nicht erst möglich wären. Als nächste Veranstaltung kündigte er
für Donnerstag, den 23. April 2026, die Präsentation des im St. Ingberter Conte-Verlag
erschienenen Titels “Verlorene Schlösser und verborgene Adelssitze im Saarpfalz-Kreis”an,
in dem sich die Kunsthistorikerin Jutta Schwan und ihre Mitautoren auf eine in teils
überraschenden Erkenntnissen mündende Spurensuche in unsere Region begeben.
Bild: J. Bost








