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Interessante Lesung in der Stadtbücherei über „Verlorene Schlösser”

Die Rundschau St. Ingbert

Eine szenische Buchvorstellung mit bühnenreifer Qualität konnten die zahlreichen Gäste erleben, die auf Einladung des Literaturforums in die Stadtbücherei St. Ingbert geströmt waren. Dort präsentierte Dr. Jutta Schwan, Herausgeberin des im Conte-Verlags erschienenen Titels “Verborgene Schlösser und verlorene Adelssitze im Saarpfalz-Kreis”, stellvertretend für ihr Rechercheteam, den mit Fotografien, Zeichnungen und historischen Karten reich bebilderten Band.

Sie war nicht allein in die Mittelstadt gekommen, sondern, wie es sich seinerzeit geziemte, in Begleitung ihrer Kammerzofe Henrietta erschienen. Die Gästeführerin und Barockexpertin Monika Link brillierte auch dieses Mal in ihrer Paraderolle als historische Kostümfigur. Sie begann behutsam mit dem Silberputzen und gab sich rasch als kompetente Zeitzeugin zu erkennen, die in viele Geheimnisse ihrer Epoche eingeweiht war. Aus dem Nähkästchen plaudernd steuerte sie treffende Anekdoten bei und bereicherte so den wissenschaftlichen Diskurs unterhaltsam.

Neben erhaltenen Zeugnissen aus jener ebenso kurzen wie glanzvollen Epoche wie die Blieskasteler Altstadt oder die Adelssitze am Würzbacher Weiher stellt der Titel auch vereinzelte Ruinen vor und vermittelt durch bildliche Rekonstruktionen einen Eindruck der einstigen Pracht und Größe. Besonders beeindruckten die lebendigen Schilderungen von Zerstörungen und Plünderungen, aber auch von der Rettung von Kunstschätzen durch Johann Christian von Mannlich, der 1793 viele Gemälde aus Schloss Karlsberg vor der Vernichtung durch französische Revolutionstruppen bewahrte. Natürlich nicht ohne Henriettas Beistand.

Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Jutta Schwan dem Auditorium für das lebhafte Interesse und allen Sponsoren, die das Erscheinen des Werks ermöglicht hatten. ILF-Sprecher Jürgen Bost, der in die Lesung eingeführt hatte, kündigte für Donnerstag, den 21. Mai 2026, eine weitere Autorenbegegnung in der Stadtbücherei St. Ingbert an. Dann wird Barbara Leciejewski ihren Roman „Am Meer ist es schön” vorstellen, ein bewegendes Buch über das durch Kinderverschickung entstehende Leid.

Foto: Jürgen Bost

Frederik Hartmann

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